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Zufallsspruch:
Kommt Übermut, kommt auch Schande, doch bei den Bescheidenen ist die Weisheit zu Hause.

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Thema: Zebrafinkengeschichten

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Im fremden Nest



                                                             Um dieses Nest geht es .......

Im fremden Nest

Der Tod von unserem kleinen Krümelchen sitzt uns immer noch in den Knochen.
So etwas ist uns noch nie passiert und wir wollten unbedingt die Ursache herausfinden.
Da wir unsere „Spatzen“ sehr gerne beobachten, glauben wir die Lösung gefunden zu haben.

Bei uns in der Villa Sonnenschein hat jedes Pärchen sein eigenes Nest.
Das betone ich jetzt nicht, um anzugeben.
Nein, es ist wirklich so, dass die Nester nach dem flügge werden der Jungen ausgetauscht werden. Jedes neue und saubere Nest kommt genau wieder an seinen alten Platz.
Wenn ich jetzt erzähle, dass die Vögel sich das merken, wird mich manch einer für verrückt erklären. Die kleinen Kerlchen sind unheimlich klug und sehr ordentlich.

Unser kleiner Krümel, also der Naseweis wuchs in einem Nest auf, wo er und seine Eltern gar nicht hingehörten.
Schneeweißchen hatte Lene das Nest erfolgreich, warum auch immer, erfolgreich streitig gemacht. Lenchen fand das mit Pitti gar nicht komisch und es herrschte so eine Art „Kalter Krieg“ zwischen den beiden Pärchen.
Lange hat er allerdings nicht angehalten denn Lenchen zog einfach in das Nest von Schneeweißchen ein – genau gegenüber.
Während Schneeweißchen stolz - richtig herausfordernd schauend intensiv brütete, tat Lenchen es ihr gleich. Das schönste Ergebnis von Schneeweißchen Gelege war und ist unser Flügelchen. Lenchens Babys schlüpften dann – 6 an der Zahl – eine Woche später.

Es schien Frieden zu herrschen zwischen den beiden Familien.
Dann kam der Tag – ihr erinnert Euch – wo wir 12 Junge in die Zuchtkäfige umsetzen mussten.
Es schien, als wären die Nester alle leer nur in einem Nest piepte es ganz fürchterlich.
Während Lenchen sich ihr altes, vertrautes Heim zurückeroberte, zog auch Schneeweißchen sich in sein altes Zuhause zurück.
Ja und dann passierte eben das, was wir so stolz auf dem kleinen Film festgehalten haben.

Ein kleines Krümelchen lag plötzlich auf dem Boden. Vom Fallwinkel aus konnte es nur ein 
Geschwisterchen von unserem Flügelchen sein – ein Nachkömmling – zu spät geschlüpft.

So oft wir es auch zurück ins Nest gesetzt haben, Lenchen hat es wieder rausgeworfen.
Sie brütet längst wieder und die eigentliche Mama, zeigte auch kein Interesse mehr.

Wir hätten das wirklich nicht verhindern können. Traurig aber wahr.

Überzeugt sind wir, dass Lenchen nie wieder sein Nest kampflos aufgeben wird und
auch wir haben wieder etwas über unsere Vogelfamilien gelernt.
Sie wissen ganz genau, wo ihr Zuhause ist – das lässt uns mehr als nur staunen.
Aus drei Nestern hört man wieder ein leises Piepen und nun beginnt ein neuer Abschnitt.

Ein ewig neuer Kreislauf, den wir wie immer gespannt und begeistert beobachten.

© Celine Rosenkind




Extra ein wenig unscharf gg - Banditen muss man ja nicht sofort erkennen oder?


Nickname 19.09.2008, 19.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wie Romeo und Julia......



Gesucht und gefunden.....
dieser Satz gilt nicht nur, wenn zwei Menschen aufeinander treffen, sich verlieben und das Leben miteinander verbringen möchten.
Nein, diesem Satz haben unser Julchen und Karl  eine ganz besondere Bedeutung gegeben. Spielt ihre Liebesgeschichte doch in der Vogelwelt und hat uns sehr beeindruckt. Und alles begann so......
In unserer "Villa Sonnenschein lebten zwei ledige Hähnchen. Sie waren beide zwangsläufig unbeweibt geblieben und darüber alles andere als glücklich. Ich glaube, es schon einmal erwähnt zu haben, dass Zebrafinken zu den wenigen kleinen Arten gehören, die warum auch immer monogam sind. Wenn zwei sich finden, dann ist es wirklich eine Sache für das Leben.
Damals waren die beiden Hähnchen noch namenlos. Sie schienen uns viel zu jung, um ein Weibchen zu vermissen----dachten wir!  Immer zu einem Streich aufgelegt, waren die beiden eigentlich unzertrennlich und schienen "die Kindheit" zu genießen. Sie schauten neugierig in die vielen kleinen Nestchen, zupften und stibitzten sich Nistmaterial um es dann auf dem Volierenboden zu deponieren, störten die Hennen beim Brüten und waren ständig auf der Jagd.
So kam es dann auch, dass sich die mittlerweile erfahrenen gefiederten Männer zu wehren begannen. Sie rupften den Jungspunden die Federn aus um  damit ihre Nester weicher zu gestalten. Einer der beiden wurde immer kahler.
Nun war der Moment der Namensgebung spontan gekommen. Der arme gebeutelte, fast federlose kleine Mann wurde Kahlchen  genannt und der andere wurde nun unser Klausi. Wir beschlossen für die beiden auf Brautschau zu gehen. Es dauerte nur wenige Tage,  bis wir fündig wurden.
Ein Bochumer Ehepaar musste dringend Raum für Nachwuchs schaffen und hatte zwei Hennen abzugeben. Die beiden sollten die Gefährten unserer Raufbolde werden. Sie kamen "aus gutem Hause" und so wurden wir Vogeleltern uns schnell einig. Nach einem prüfenden Gespräch, einem regen Gedankenaustausch und Ernährungstips sollten die beiden Damen in den mitgebrachten Karton. Nur mussten sie beide noch eingefangen werden. Wer Zebrafinken kennt weiß, wie schwer das sein kann.
Ängstlich versucht man, die kleinen Wesen nicht zu verletzen und ich denke, diese "Schlaumeier" wissen das ganz genau.  Nur so konnte es wohl dazu kommen, dass unser Gastgeber plötzlich nur noch die Schwanzfedern der kleinen Henne in der Hand hielt - unser Julchen, wie wir sie später nannten war nun eine "komisch " aussehende Henne.
Ich fand das gar nicht so toll. Nun ja, sie würden schon wieder nachwachsen versicherten wir uns gegenseitig. "Trotzdem sieht das komisch aus"; meinte ich noch ein wenig enttäuscht auf der Heimfahrt. Gespannt waren wir, ob die beiden Herren  sich über den weiblichen Zuwachs freuen würden. Das ist ja schließlich eine ernsthafte Angelegenheit  nicht wahr?
Aufgeregt, öffneten wir zu Hause angekommen die Volierentür und die kleine Schachtel. Mit einem erleichterten Quäken flogen die beiden Neulinge erst einmal mehrere Ehrenrunden. Soviel Platz zum Fliegen war ihnen bestimmt unheimlich. Sie genossen offensichtlich endlich einen Flugraum zu haben. Es dauerte keine zehn Minuten da saß unser schwanzloses Julchen mit dem kahlköpfigen Kahlchen schnäbelnd auf einem der Nester. Wow, das war ein Anblick und wir redeten von" Liebe auf den ersten Blick" und meinten dass die Beiden sich gesucht und gefunden hätten.
Unser Klausi hat sich dann mit Rike schnell angefreundet und beide Pärchen bezogen die neuen Nester, die wir vorher in weiser Voraussicht ein gehangen hatten.
Kahlchen blieb nicht mehr lange kahl und so wurde aus ihm Karl - ein heute recht stattlicher Zebrafinkenehemann und stolzer Vater. Das Beweisfoto seht Ihr oben. 7 Junge wollen nun eifrig gefüttert, gewärmt und liebevoll versorgt werden. Ich kann euch versichern, die beiden sind außergewöhnlich gute Eltern
und
sie lieben sich wirklich.......
versichert  © Celine Rosenkind


Nickname 17.09.2008, 17.54 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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